Eckartschrift 202: Die Frankfurter Schule

Bernd Lindinger: Eine Utopie zerstört die Realität: Die Frankfurter Schule. Eckartschrift 202, 112 Seiten mit zahlreichen Abbildungen.
€ 8,20

Gesellschaftssysteme, die nicht aus der Tradition des Volkslebens erwach­sen, kommen in der Regel schon in ihrer Entstehungsphase mit den gesell­schaftlichen Gegebenheiten wegen ihrer wirklichkeitsfremden Theorien in Konflikt. Sie alle entwerfen utopische Bilder einer alle Menschen glücklich machenden Zukunft, die vordergründig als das wahre Paradies auf Erden erscheinen mag. Die einzige wesentliche Voraussetzung zur Erreichung dieses paradiesischen Zustandes ist eine deutliche Veränderung des Menschen.

Mit pädagogischen Mitteln und auch durch Zwang muss den Menschen der politisch korrekte Umgang untereinander und mit ihrem politisch-sozialen Umfeld beigebracht werden. Der Einzelne gestaltet sein Leben nicht mehr im Rahmen seiner engeren Umwelt und Nachbarschaft, sondern unter obrigkeitlicher Aufsicht nach kollektiven Vorgaben.

Dieser wirklichkeitsfremde Traum ist Inhalt aller Utopien seit Thomas Morus, Tommaso Campanella, Jean Jacques Rousseau, Karl Marx und der Frankfurter Schule bis heute; nahezu alle Elemente eines utopischen Kollektivglückes sind in deren Entwürfen zu finden. In den vitalen, starken Jahrhunderten der europäischen Hochkultur fanden utopische Menschheitsentwürfe keinen Widerhall, erst mit der Aufklärung werden diese zum philosophischen Vehikel des Mündigwerdens der sozialen Unterschichten.

Seit Karl Marx und Friedrich Engels diese Utopien ihrer kommunistischen Heilslehre einfügten, sind sie zum Glaubensbekenntnis der sozialistischen Ideologie geworden. Nach dem Scheitern der kommunistischen Revolutionen in West- und Mitteleuropa nach dem Ersten Weltkrieg gelingt es dem 1923 in Frankfurt am Main gegründeten „Institut für Sozialforschung“, die Utopien in Verbindung mit der Freudschen Psychoanalyse als „Kritische Theorie“ des Neomarxismus neu zu definieren. Die Kritische Theorie ist das ideologische Werkzeug der 1968er-Revolution. Im späteren Marsch durch die Institutionen, verbunden mit ökologischen Forderungen, Feminismus, political correctness, Gender-Mainstreaming und einer linken Pädagogik, erreicht der Neomarxismus die Definitionshoheit für jegliche politische, gesellschaftliche und wissenschaftliche Bedeutung.

Diese Schrift macht die Zusammenhänge der sozialistischen Moderne mit den historischen Utopien verständlich. Zahlreiche aktuelle und historische Lichtbilder ergänzen den gut aufbereiteten Text.

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Eckartschrift 201: Die Karpatendeutschen in der Slowakei

Ernst Hochberger: Die Karpatendeutschen in der Slowakei. Eckartschrift 201, 112 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. € 8,20
Deutsche haben das Gebiet der heutigen Slowakei über 800 Jahre lang nachhaltig positiv geprägt. Die Heimat von vier europäischen Völkern hat eine Dichte von gotischen Holzaltären und großartigen Kirchenbauten aufzuweisen wie kaum ein anderes Gebiet. Dazu kommt eine großartige landschaftliche Vielfalt, die im kleinsten Hochgebirge der Erde, der Hohen Tatra (2655m), ihren Höhepunkt hat. Manches in der Slowakei bietet fast einen spiegelbildlichen Eindruck von Österreich – wie die Hochgebirge und die Lage beider Hauptstädte an der Donau am Rand des Staatsgebiets; dazu kommt, dass deren Entfernung von 60 km der geringste Abstand von zwei Hauptstädten in Europa ist.

Trotz der Katastrophen des Zweiten Weltkrieges, von Enteignung, der Flucht und Vertreibung von mehr als 90% ihrer deutschen Bewohner haben in der Slowakei Helden ihr Deutschtum bewahrt. Die politische Wende im Jahr 1989 hat dies belohnt: Schon kurz danach fanden sich Mutige, die in den drei Hauptsiedlungsgebieten der Deutschen, Pressburg, Hauerland und Zips, Zusammenkünfte einberiefen und am 30. September 1990 in Metzenseifen in der Unterzips den Karpatendeutschen Verein in der Slowakei gründeten. Daraus hat sich eine gute, flächendeckende Organisation entwickelt, auf die in dieser Eckartschrift eingegangen wird.

Reisende können sich auf die Ortsgruppen des Karpatendeutschen Vereins verlassen, die Unterkünfte usw. sind auf gutem Niveau. Gegenwart und Vergangenheit sprechen auch dort deutsch: Ortskerne, Kirchen, Friedhöfe, Menschen in Geschäften und öffentlichen Einrichtungen. So werden Besucher dieses vielfältigen Landes gut angenommen. Helfen Sie mit, den Heimatverbliebenen zu zeigen: „Ihr seid nicht vergessen!“

Die Slowakei und mit ihr die karpa­tendeutsche Volksgruppe sind nicht mehr wie bis 1989 „fern im Ostblock“, sondern ein wichtiger Teil von Mitteleuropa, der es lohnt, besucht, gepflegt und gestützt zu werden.

Diese neue Eckartschrift hat Altmeister Ernst Hochberger verfasst, einer der besten Kenner der Slowakei. Sie folgt der vergriffenen Eckartschrift Nr. 55 von Adalbert Hudak von 1975 nach.

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Eckartschrift 200: Ungewöhnlich Deutsch

Martin Hobek: Ungewöhnlich Deutsch. Beiträge aus besonderem Blickwinkel. Eckartschrift 200, 112 Seiten, zahlreiche Bilder und Karten. € 8,20

Der Autor entführt die Leserschaft in Form von acht Kapiteln auf selten betretenen Boden, um von dort das Deutschtum aus ungewohnten Blickwinkeln zu betrachten:

Die deutsche Hanse war der erste große Wirtschaftsbund der Geschichte. Obwohl sie von Flandern bis hinein nach Russland reichte und militärisch sogar die Briten besiegte, gab es so gut wie keinen bürokratischen Aufwand. Das ging so weit, dass die Hanse nie gegründet und nie aufgelöst wurde.

Seit dem Vertrag von Versailles war das heutige Namibia keine Kolonie Deutschlands mehr. In Swakopmund merkt man davon kaum etwas.

Ignaz Kuranda war einer der bedeutendsten Publizisten und Politiker im Österreich des 19. Jahrhunderts. Der Deutschnationale fungierte auch als Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde.

Nach dem Ersten Weltkrieg kämpfte das offizielle Österreich für einen Anschluss an das Deutsche Reich. Nach der Machtergreifung Hitlers in Berlin sah man in Wien die eigene Erste Republik als das „bessere Deutschland“.

Der NDPD (National-Demokratische Partei Deutschlands) war eine interessante Aufgabe zugedacht: Sammelbecken für „Ehemalige“ und zugleich Teil des Fundaments der „antifaschistischen“ DDR.

Galsan Tschinag lebt in der Mongolei und ist Stammeshäuptling sowie Schamane des Turkvolks der Tuwa. Er schreibt seine Bücher in Deutsch und erläutert gerne seinen „germanischen Geist“.

Im ungarndeutschen Brennberg entgingen die Menschen durch entschlossenes Zusammenstehen der gewaltsamen Aussiedlung. Nur einen Steinwurf weit von der österreichischen Grenze entfernt lebten sie fortan in einem Freiluftgefängnis.

1870 begann der erste von drei großen Kriegen innerhalb von 75 Jahren zwischen den verfeindeten Franzosen und Deutschen. Die beiderseitigen Bemühungen um eine Kehrtwende erlebten eine aufregende Entwicklung hin zur deutsch-französischen Freundschaft.

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Unterschriftenaktion für Doppelstaatsbürgerschaft

Brasiliens Bundesstaat Santa Catarina hat große Bedeutung für die derzeitige Debatte in der österreichischen Innenpolitik: Denn die kleine brasilianische Gemeinde Dreizehnlinden (Treze Tilias) wird von Bürgern mit Doppelstaatsbürgerschaft Brasilien/Österreich bewohnt. Sie sind Nachkommen der Tiroler Auswanderer und haben ihre Bindung an die alte Heimat nie aufgegeben.
Und Südtirol? Südtiroler haben nur eine Staatsbürgerschaft, die italienische. Sind sie weniger mit Österreich verbunden als ihre brasilianischen Zeitgenossen? Wohl kaum. Zeit wird es, dem brasilianischen Vorbild zu folgen. Siegfried Brugger, Parlamentsabgeordneter und ehem. SVP-Obmann ist „absolut für die Doppelstaatsbürgerschaft“ („Dolomiten“ 25/11/2009), sie würde „zusätzliche Bindung zu Österreich schaffen. (…) Und grundsätzlich ist ja alles positiv, was Bindung zu Österreich, zum Heimatland, schafft,“ meint ÖVP-Südtirolsprecher Hermann Gahr dazu.

In die innenpolitische Debatte wurde die Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler bereits 2008 eingebracht, doch erst jetzt beherrscht das Thema die Südtiroler Landespolitik. Die Österreichische Landsmannschaft, die sowohl in Dreizehnlinden als auch in Südtirol tätig war und ist, ruft die österreichischen Politiker auf, klar Stellung für die Doppelstaatsbürgerschaft zu beziehen. Der Ball liegt in Wien, und nicht in Bozen oder Rom. Die doppelte Staatsbürgerschaft ist eine innerstaatliche Angelegenheit Österreichs und rechtlich möglich, es ist „nur“ eine politische Frage. Eine Frage von Mut, Bekenntnis und Verbundenheit.

Nun hat eine Südtiroler Bürgerinitiative eine Unterschriftenaktion aufgelegt, die die Bevölkerung und die Politik für das Thema der doppelten Staatsbürgerschaft sensibilisieren und begeistern soll. Hier kann die Unterschriftenliste heruntergeladen werden.

Volksgruppenvertreter fordern „Sprachoffensive“

Die in der Heimat verbliebenen Altösterreicher Deutscher Muttersprache konnten sich trotz der Jahrzehnte andauernden unterdrückenden kommunistischen Herrschaft einen gewissen Teil ihrer kulturellen Wesensart bewahren. „Nun gilt es für die Republik Österreich, sich ihrer anzunehmen und für den Fortbestand der so wichtigen kulturellen Vielfalt in Europa Verantwortung zu übernehmen“, heißt es in der nachstehenden Entschließung der kürzlich am Schulvereinstag der Österreichischen Landsmannschaft in Wien teilnehmenden Volksgruppenvertreter aus Ungarn, Kroatien, Serbien, Polen, der Slowakei, der Ukraine und Südtirols. Das von ihnen unterzeichnete „Wiener Papier“ wurde allen Vertretern der Republik übermittelt und fordert vor allem eine zukunftsorientierte „Sprachoffensive“.

Gemeinsame Erklärung

Die deutschen Volksgruppen auf dem Gebiet der ehemaligen Donaumonarchie konnten auch nach den bis in die Gegenwart belastenden, unverzeihlichen und unmenschlichen Greueltaten im Zweiten Weltkrieg und den darauffolgenden Jahrzehnten der Kollektivschuldzuweisung, Vertreibung, Verfolgung und des Assimilationsdrucks bis heute großteils überleben. Die historischen Ereignisse der letzten zwanzig Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, der nach der Wende begonnene demokratische Entwicklungsprozeß in den ehemaligen kommunistischen Staaten, das zusammenwachsende Europa, die sich erweiternde Europäische Union mit ihren Institutionen lassen auf ein Umdenken in der Volksgruppenpolitik hoffen. Dieses Umdenken besteht darin, daß man sich seiner historischen Verantwortung sowohl gegenüber den Volksgruppen im eigenen Staat, wie auch gegenüber der eigenen Volksgruppe in anderen Staaten stellt.

Die deutschen Volksgruppen in der ehemaligen Donaumonarchie sehen das tragende Element für ihren weiteren Fortbestand in der Erhaltung und Pflege der deutschen Sprache. Die deutsche Sprache verbindet alle Zugehörigen der deutschen Volksgruppe über die von der Politik künstlich gezogenen Grenzen hinweg. Sie bedeutet unsere eigene, aber auch gemeinsame Heimat, sie prägt unsere eigene, aber auch gemeinsame Identität; kurz: Mit der deutschen Sprache ist unsere Zukunft untrennbar verbunden.

Die Vertreter der deutschen Volksgruppen sind in ihren Ländern heute voll eingebunden und loyale Staatsbürger. Sie nutzen den vom jeweiligen Staat gegebenen, von Land zu Land unterschiedlichen gesetzlichen Rahmen vor allem dazu, den weiteren Fortbestand der Volksgruppe zu sichern: einen deutschsprachigen Bildungsweg vom Kindergarten an über die Schulausbildung hinaus bis hin zum Hochschulabschluß zu ermöglichen und auch die älteren Menschen sprachlich zu betreuen.

Will Österreich seiner diesbezüglichen Verantwortung nachkommen, wird es den deutschen Volksgruppen auf dem Gebiet der ehemaligen Donaumonarchie allem voran bei der Erhaltung der deutschen Sprache Hilfestellung leisten müssen. Welche Form diese Hilfestellung auch annehmen mag, sie muß immer die Sprachförderung zum Inhalt haben. Die deutsche Sprache ist für die Verbliebenen ein unverzichtbares Gut, sie ist wesentlich mehr als ein Kommunikationsmittel, sie ist Ausdruck des Selbstverständnisses und der Zusammengehörigkeit mit den Sprachverwandten in den Herkunftsländern.

Es müssen daher Maßnahmen ergriffen werden, die eine umfassende, zukunftsorientierte „Sprachoffensive“ garantieren. Mit Hilfe von „Bildungsbausteinen“ soll die deutsche Sprache vom Kindergartenalter bis zum alten Menschen nachhaltig gefördert werden.

Die Vertreter der deutschen Volksgruppen auf dem Gebiet der ehemaligen Donaumonarchie ersuchen daher die politischen Verantwortungsträger der Republik Österreich, diesen Zielsetzungen entsprechende Verwirklichungsschritte einzuleiten. ÖLM-PD, Juni 2010