Ingmar Brantsch: Das Leben der Ungarndeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg im Spiegel ihrer Dichtung. Eckartschrift 134
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Ingmar Brantsch: Das Leben der Ungarndeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg im Spiegel ihrer Dichtung. Eckartschrift 134
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Annemarie Heidinger: Vertrieben aus Brünn. Tagebuchaufzeichnungen aus den Jahren 1945/46. Eckartschrift 133, 74 Seiten, zahlreiche Abbildungen und eine Karte. € 5,80
Während wir täglich in allen Medien daran erinnert werden, endlich unsere jüngste Vergangenheit gründlich aufzuarbeiten und für alle Ungerechtigkeiten, die wir tatsächlich oder vermutlich anderen Völkern gegenüber zu verantworten haben, Buße und Reue zu entwickeln, werden die Greueltaten, die während, aber vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg an deutschen wehrlosen Frauen, Kranken, Kindern und Alten begangen wurden, kaum erwähnt, geschweige denn verurteilt oder als wohlverdiente Racheakte heruntergespielt. Im „Jahr der Vertriebenen“ hört man sehr wenig über die Vertreibung von Millionen Volksdeutscher, von den grausamsten Morden und den Qualen, die Menschen erleiden mussten, deren einzige Schuld es war, Deutsche zu sein.
In dieser Eckartschrift wird nur ein Fall von Millionen geschildert: Anhand von Tagebuchaufzeichnungen erstehen noch einmal die grauenvolle Tage des berüchtigten „Brünner Todesmarsches“, den die Autorin mit ihrer alten Mutter miterlebte.
Nach dem langersehnten Kriegsende und dem Einmarsch der Russen in Brünn wurde am 30. Mai 1945 die deutsche Bevölkerung aufgefordert, mit nur so viel Handgepäck, wie man tragen konnte, von einem Sammelplatz aus das Land Richtung österreichische Grenze zu verlassen. Was sich in den nächsten Tagen und Nächten, in denen sich dieser Treck, der hauptsächlich aus Frauen, Kindern und alten Menschen bestand, an Grausamkeiten und Sadismen von der tschechischen Begleitmannschaft und Bevölkerung in den Ortschaften, durch die diese Menschen getrieben wurden, erdulden mussten, ist kaum zu fassen. Die österreichische Grenze erreichte fast niemand gesund. Wer wurde je für diese Vertreibung von 50.000 Menschen, von denen 1/3 zu Grunde ging, zur Verantwortung gezogen? Wann gab es für die Überlebenden eine Wiedergutmachung? (In der gesamten damaligen Tschechoslowakei wurden mehr als 3 Millionen Deutsche vertrieben, über 240.000 verloren dabei das Leben.)
Die Autorin und ihre Mutter schafften es dennoch mit viel Glück. Von der österreichischen Bevölkerung wurden sie nicht gerade freundlich empfangen; sie kamen in ein Land, das bereits voll war mit Flüchtlingen aus anderen Ländern. Erst in der Steiermark, wo Verwandte sich ihrer annahmen, war die Vertreibung endgültig zu Ende.
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Erno Gauerke: Namibien. Südwestafrika. Eckartschrift 132, 96 Seiten, Karten, zahlreiche Abbildungen. € 6,45
Namibien, wie es heute besteht, ist einer der jüngsten Staaten der Erde; Funde aus der Altsteinzeit weisen aber darauf hin, dass Teile dieses Gebietes seit etwa 100.000 Jahren von Menschen bewohnt sind. Die bis zu 25.000 Jahre alten Felszeichnungen im Gebiet der südwestafrikanischen Schwelle und des Hochlandes sind ein weiterer Beweis dafür, dass Namibien ein sehr alter Siedlungsraum ist.
Das heutige Namibien ist mit seinen 824.000 qkm zehnmal so groß wie Österreich und 2,3-mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Wegen der extrem wasserarmen Verhältnisse leben dort nur eineinhalb Millionen Menschen. Diese verteilen sich auf elf: Bevölkerungsgruppen, die 32 Sprachen sprechen. 7 % sind Weiße und davon etwa 20.000 deutscher Herkunft.
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Walter Marinovic: Das Teutsche Nationaltheater. Unser Burgtheater von Joseph II. bis Peymann. Eckartschrift Nr. 131, 104 Seiten, zahlreiche Abbildungen. € 6,15
Die Zeit unter Peymann wird in dieser Schrift über das Burgtheater nicht mehr behandelt. Mit Recht? Gibt es das Burgtheater nicht mehr? Trotzdem kommt Peymann in jedem Kapitel vor: als Folie, als Reibebaum. Wenn von Krisen die Rede ist, werden Vergleiche gezogen. Wird von Höhepunkten berichtet, ist der Abstand zu Peymann das Thema. Geschichte erhellt die Gegenwart.
Auf Gelehrsamkeit verzichtet das Buch. Doch es ist gründlich. Es lässt Quellen sprechen: Direktoren des Burgtheaters, Schauspieler, Kritiker, Zeitzeugen kommen in direkten Zitaten zu Wort. Anekdoten bringen uns die Vergangenheit nahe. Wie wurden unter Kreisky die Weichen des Burgtheaters nach links gestellt? Wie schaffte es Haeussermann, seinen Vorgänger Rott auszuhebeln? Warum begann man schon im April 1945 wieder zu spielen, als das Haus am Ring noch eine Ruine war? Wie war die Sache mit Reinhardt und Wildgans? Was geschah, als sich Laube nach achtzehnjähriger Leitung des Burgtheaters im Stadttheater, dem heutigen Ronacher, ein zweites Burgtheater schuf? Warum durfte Schreyvogel bei seinem rasanten Hinauswurf nicht einmal den Regenschirm mitnehmen? Warum hat Joseph II. in seinem Sendschreiben 1776 verfügt, das Theater, das damals noch am Michaelerplatz stand, möge „hinfüro das teutsche Nationaltheater“ heißen?
Die Idee, von der sich der Kaiser leiten ließ, beherrscht das Leitmotiv der vorliegenden Schrift. Es ging darum, im politischen Zentrum des Reiches ein geistiges zu gründen. Grenzen sollten sich öffnen. Man berief Schauspieler aus allen deutschen Ländern nach Wien, und man tut das noch heute. Mehr als hundert Jahre sind es, in denen das Burgtheater von Direktoren geleitet wurde, die in anderen deutschen Ländern, nicht in Österreich geboren sind. Und trotzdem konnte man – bis zur Zeit Peymanns – von allen Schauspielern, woher sie auch stammten, das berühmte Deutsch des Burgtheaters hören.
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Hildebrand Norgauer: Das Memelland. Ein Stück Ostpreußen zwischen gestern und morgen. Eckartschrift 130, 112 Seiten, zahlreiche Abbildungen und Karten. € 6,15
Das Memelland gehört zu den Teilen des Deutschen Reiches, die bereits nach dem Ersten Weltkrieg abgetrennt wurden und nicht innerhalb der bis vor kurzem immer wieder beschworenen „Grenzen Deutschlands von 1937“ lagen. Wenn die emotionelle Distanz, welche in der heutigen Generation zu den „ehemaligen deutschen Ostgebieten“ empfindet, als sehr groß zu bezeichnen ist, so ist das Memelland, der nördlich der Memel liegende Teil Ostpreußens, bereits ein „vergessenes Stück Deutschland“.
Der historische Teil der Schrift geht bis in die vorchristliche Zeit zurück; anschließend werden die Eroberung und Christianisierung des Landes durch den Deutschen Orden und mit der damit einsetzenden deutschen Besiedelung behandelt. In dieser Zeit fällt die Stadtgründung Memels (1254), der einzigen bedeutenden Stadt dieses Gebietes. Die Periode des Deutschwerdens des späteren Ostpreußens wird mit großer Sachlichkeit geschildert. Das bedeutet aber nicht, dass die Darstellung trocken bliebe – es werden in vielen Punkten geschichtliche Zusammenhänge und Analogien mit anderen deutschen Gebieten hergestellt. In der Zeit des weltlichen Herzogtums Preußen (1525–1701), danach Königreich Preußen, wurden auf dessen Gebiet die ersten Bücher in litauischer Sprache gedruckt, obwohl in weiten Teilen des Landes z.B. im Memelland, Litauer nicht die einheimische Bevölkerung stellten, sondern erst unter deutscher Herrschaft dort siedelten.
Abgesehen von schicksalhaften Geschehnissen der Jahre 1920 bis 1945 spielte das Memelland nur einmal eine bemerkenswerte Rolle in der deutschen Geschichte: 1807/08 war Memel Königssitz Preußens, nachdem Friedrich Wilhelm III. dort Zuflucht vor den anrückenden Franzosen fand.
Genau geschildert werden die Volkstumsverhältnisse zu Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts, die den Siegermächten des Ersten Weltkrieges den willkommenen Anlass gaben, das Land militärisch zu besetzen und dann 1923 dem neuentstandenen Staat Litauen zu überlassen. Dies geschah gegen den Willen der Bevölkerung, die zwar zum großen Teil litauischsprachig, aber auch unzweideutig preußisch-deutsch gesinnt war. Dies im westlichen Deutschland vielleicht unverständliche Zusammenkommen wird kenntnisreich beschrieben.
Die Vertreibung 1945 beendet die deutsche Besiedlung des Landes. Dem Niedergang in der sowjetischen Zeit folgt die abermalige Zugehörigkeit zu Litauen. Die Schilderung wird bis in die frühen neunziger Jahre fortgeführt. Im Abschnitt unter dem Titel „Wem gehört das Memelland?“ werden all die Argumente kritisch abgewogen, mit denen Litauen die Beherrschung des Memellandes begründet. Mit einem in persönlichem Ton gehaltenen Abschluss, in dem Vorschläge zur Lösung der Memelfrage gestellt werden, endet die Arbeit.
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