Eckartschrift 65: Janitscharen?

Karl Springenschmid: Janitscharen? Die Kindertragödie im Banat. Eckartschrift 65, 79 Seiten, brosch.

Der Schriftsteller Karl Springenschmid hatte im Jahre 1932 auf einer Erkundungs- und Betreuungsfahrt das Banat kennengelernt und als Puppenspieler begeisterte Aufnahme gefunden. Zwölf Jahre später wurde diese Landschaft vom zurückwogenden Krieg überrollt. Die Männer waren an der Front, die Frauen wurden zur Zwangsarbeit in östliche Bereiche verschleppt. Die Kinder blieben hilflos älteren Geschwistern oder den Großeltern überlassen. Ein großer Teil geriet in Hungerlager und von dort in staatliche Kinderheime der neuen Machthaber, aus deren Umerziehungsbestrebungen nur schwer ein Entrinnen und eine Zusammenführung mit der Familie in Deutschland möglich waren.

Karl Springenschmid verfolgt dieses grausame Geschehen und untersucht, ob es nicht schon einmal im Janitscharentum eine solche Erziehungsentfremdung gegeben habe. Es geht um das Schicksal von etwa zwanzigtausend aufgesammelten Kindern und um die dornenvolle Meisterung dieses Loses. Ein gar nicht geringer Teil der Umerzogenen war für die Familie aus untern schiedlichen Gründen verloren. Es bedeutet aber doch einen Lichtblick, dass in vielen Fällen über den Heimat- und Raumverlust hinweg eine menschliche Lösung möglich war.

Eckartschrift 64: Bevölkerungspolitische Fragen

Günther Repp: Bevölkerungspolitische Fragen. Eckartschrift 64, 72 Seiten.

Die Eckartschrift befasst sich mit der Eugenik, der Lehre von der Gesundheit des Volkes. Mag diesem Begriff von der Vergangenheit her auch ein unguter Nebengeschmack angeheftet worden sein: es ist dennoch unerlässlich für die breite Öffentlichkeit und deren Verantwortungsträger, sich mit den aktuellen Fragen der Bevölkerungspolitik zu beschäftigen und Vorsorge zu treffen, dass der Weg in die Zukunft nicht ein Weg in das Chaos und vor allem nicht in die gähnende Leere, das Nichts, einmündet.

Eckartschrift 63: Die Nibelungendichtung

Fritz Stüber: Die Nibelungendichtung. Eckartschrift 63, 87 Seiten.

War noch vor einem Menschenalter die Nibelungensage ein Allgemeingut aller Deutschen, so weiß man heute gerade noch um die Existenz dieser Heldensage. Mit der Akribie eines Wissenschafters und dem Schwung des Dichters verfolgt Stüber die Entstehung des Deutschen Nationalepos, die geschichtlichen Hintergründe bis zu den Nachwirkungen auf geistig-kulturellem Gebiet.

Eckartschrift 62a: Südtirol heute. Festrede 25 Jahre ÖLM

Silvius Magnago: Südtirol heute. Treuegabe. Festrede 25 Jahre ÖLM. Eckartschrift 62a, 32 Seiten.

Die Eckartschrift stellt die Rede des Landeshauptmannes von Südtirol zum Silberjubiläum der Österreichischen Landsmannschaft in leicht geraffter Gestalt vor. Das gewählte Thema ließ nicht nur die Festgäste aufhorchen und nicht müde werden, den Ausführungen Dr. Magnagos zu folgen; auch alle anderen Anteilnehmenden am Geschick der Volksgruppe jenseits des Brenners haben ein Recht darauf, diesen Bericht über die Lage im Südtirol der 1970er Jahre kennenzulernen, der leidenschaftlich und dennoch höchst sachlich ist. Er wertete das Geleistete und Erreichte nicht durch Radikalismen ab, zu denen man sich zuweilen hingerissen fühlen könnte. Dr. Magnago arbeitete auf dem harten Boden der Gegebenheiten mit der Hartnäckigkeit eines Tirolers. Es ist erfreulich, dass der erste Mann Südtirols nicht nur Kritik zu üben brauchte, sondern auch Zuversicht auszustrahlen vermochte.

Eckartschrift 62: Das Burgenland

Walter Berger: Das Burgenland. Ein tausendjähriger Wehrraum. Eckartschrift 62, 85 Seiten, 8 Übersichtskarten.

In der Eckartschrift geht es nicht so sehr um die Reize des Raumes, in dem sich mitten zwischen Alpen und Karpaten rund um den Neusiedlersee, einem echten Steppensee südlich der Donau, letzte Ausläufer des balkanischen Südostens mit ebensolchen Ausläufern des deutschen Westens schneiden, nicht also um das letzte Naturparadies der Zug­vögel an den Seen und nicht um die weitgeschätzten Rebenhänge, viel­mehr beschreibt sie die Wehrgeschichte dieses hauptsächlich deutschen, aber auch kroatischen und madjarischen Gebietes, das bis zum Ende des Ersten Weltkrieges zur ungarischen Krone gehört hatte und jetzt aufgrund des Selbstbestimmungsrechtes ein Bestandteil des kleingewordenen Österreichs ist.