Eckartschrift 205: Vergessene Dichter – verschwundenes Wort

Karl Trauner, Christoph Fackelmann: Vergessene Dichter – verschwundenes Wort. Porträts und Skizzen zur deutschen Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts: Herrmann Löns, Franz Karl Ginzkey, Franz Spunda und Josef Weinheber. Eckartschrift 205, 128 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, Anmerkungen, Nachweisen und Literaturangaben. € 8,20

Es ist wahr: Das dichterische Wort unterliegt dem Wirrsal der Zeitläufte. Moden des literarischen Geschmacks, weltanschaulicher Werte- und politischer Gesinnungswandel: davon ist abhängig, welches Schicksal die Zeugnisse des dichterischen Schaffens vergangener Epochen bei der Nachwelt erfahren. Die deutsche Literaturgeschichte des frühen und mittleren 20. Jahrhunderts kennt besonders schwerwiegende Konflikte und Veränderungen in der Schaffenskultur, sodass die Gültigkeit dessen, was die Großelterngeneration gelesen, geschätzt und gepriesen hatte, bereits von der Elterngeneration gründlich in Zweifel gezogen wurde, und die dereinst verehrten Werke und ihre Verfasser von den Enkeln schon wieder weitgehend vergessen erscheinen.

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Eckartschrift 204: Die Deutschen in Schlesien

Monika Wittek: Die Deutschen in Schlesien. Eckartschrift 204, 112 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. € 8,20

Schlesien – das ist das schöne und geschichtlich bewegte Land am Ober- und Mittellauf der Oder. Seit dem Umbruch im Jahre 1989 ist in Ostmitteleuropa und damit auch in Polen viel geschehen; so formierte sich sofort die deutsche Volksgruppe und entwickelte kulturelle und politische Aktivitäten. Darüber berichtet die Eckartschrift 204. Eingebettet in einen kurzen Abriss der Geschichte Schlesiens bis zum 19. Jahrhundert werden die Lage der deutschen Schlesier nach dem Ersten Weltkrieg, die Aufstände und die Volksab­stimmung geschildert.

Der Flucht und Vertreibung 1945 wurde viel Aufmerksamkeit geschenkt, wobei mit Hilfe von Erlebnisberichten die Situation der Deutschen in den Nachkriegsjahren bildhaft dargestellt wurde.

Die ungünstige politische Lage in den Nachkriegsjahren erlaubte nicht, dass die in Schlesien verbliebenen Deutschen ihre Sprache, ihr Kulturgut und ihre deutsche Identität pflegen konnten. Der politische Umbruch Ende der achtziger Jahre hat es erst ermöglicht, dass die Deutschen zu Wort kamen, dass sie endlich anerkannt wurden, dass sie sich in Vereinen und Verbänden organisieren durften. Das Interesse an der deutschen Volksgruppe erreichte bald einen Höhepunkt, die deutschen Freundschaftskreise wurden sehr aktiv, bei den ersten freien Wahlen wurde es möglich, dass sich Deutsche als Kandidaten bei der Parlamentswahl und für die Selbstverwaltungen aufstellten.

In allen Regionen mit deutscher Geschichte haben sich die Deutschen in Vereinen zusammengeschlossen und wieder angefangen, die deutsche Kultur und Identität weiterzuführen. Der Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften (VdG) als zentrale Stelle aller deutschen Organisationen führt eine wichtige Rolle im Leben der Deutschen in Polen aus. In dieser Darstellung wird auch auf die breite Tätigkeit der Gesellschaften, aber auch auf die bedeutende Rolle – auch die politische – des VdG hingewiesen. Nach jahrzehntelangem Verbot der deutschen Sprache war es von großer Bedeutung, sie wieder zu beleben und in die Schulen einzuführen. Dabei waren sowohl der Verband wie auch die einzelnen Organisationen sehr stark eingebunden. Erläuterungen zu den Nachbarschaftsverträgen sowie zum Gesetz über Minderheitenrechte, aber auch Darstellungen über die Entwicklung des Deutschunterrichts und der deutschen Medien runden die vorliegende Schlesienschrift ab.

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Eckartschrift 202: Die Frankfurter Schule

Bernd Lindinger: Eine Utopie zerstört die Realität: Die Frankfurter Schule. Eckartschrift 202, 112 Seiten mit zahlreichen Abbildungen.
€ 8,20

Gesellschaftssysteme, die nicht aus der Tradition des Volkslebens erwach­sen, kommen in der Regel schon in ihrer Entstehungsphase mit den gesell­schaftlichen Gegebenheiten wegen ihrer wirklichkeitsfremden Theorien in Konflikt. Sie alle entwerfen utopische Bilder einer alle Menschen glücklich machenden Zukunft, die vordergründig als das wahre Paradies auf Erden erscheinen mag. Die einzige wesentliche Voraussetzung zur Erreichung dieses paradiesischen Zustandes ist eine deutliche Veränderung des Menschen.

Mit pädagogischen Mitteln und auch durch Zwang muss den Menschen der politisch korrekte Umgang untereinander und mit ihrem politisch-sozialen Umfeld beigebracht werden. Der Einzelne gestaltet sein Leben nicht mehr im Rahmen seiner engeren Umwelt und Nachbarschaft, sondern unter obrigkeitlicher Aufsicht nach kollektiven Vorgaben.

Dieser wirklichkeitsfremde Traum ist Inhalt aller Utopien seit Thomas Morus, Tommaso Campanella, Jean Jacques Rousseau, Karl Marx und der Frankfurter Schule bis heute; nahezu alle Elemente eines utopischen Kollektivglückes sind in deren Entwürfen zu finden. In den vitalen, starken Jahrhunderten der europäischen Hochkultur fanden utopische Menschheitsentwürfe keinen Widerhall, erst mit der Aufklärung werden diese zum philosophischen Vehikel des Mündigwerdens der sozialen Unterschichten.

Seit Karl Marx und Friedrich Engels diese Utopien ihrer kommunistischen Heilslehre einfügten, sind sie zum Glaubensbekenntnis der sozialistischen Ideologie geworden. Nach dem Scheitern der kommunistischen Revolutionen in West- und Mitteleuropa nach dem Ersten Weltkrieg gelingt es dem 1923 in Frankfurt am Main gegründeten „Institut für Sozialforschung“, die Utopien in Verbindung mit der Freudschen Psychoanalyse als „Kritische Theorie“ des Neomarxismus neu zu definieren. Die Kritische Theorie ist das ideologische Werkzeug der 1968er-Revolution. Im späteren Marsch durch die Institutionen, verbunden mit ökologischen Forderungen, Feminismus, political correctness, Gender-Mainstreaming und einer linken Pädagogik, erreicht der Neomarxismus die Definitionshoheit für jegliche politische, gesellschaftliche und wissenschaftliche Bedeutung.

Diese Schrift macht die Zusammenhänge der sozialistischen Moderne mit den historischen Utopien verständlich. Zahlreiche aktuelle und historische Lichtbilder ergänzen den gut aufbereiteten Text.

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Eckartschrift 200: Ungewöhnlich Deutsch

Martin Hobek: Ungewöhnlich Deutsch. Beiträge aus besonderem Blickwinkel. Eckartschrift 200, 112 Seiten, zahlreiche Bilder und Karten. € 8,20

Der Autor entführt die Leserschaft in Form von acht Kapiteln auf selten betretenen Boden, um von dort das Deutschtum aus ungewohnten Blickwinkeln zu betrachten:

Die deutsche Hanse war der erste große Wirtschaftsbund der Geschichte. Obwohl sie von Flandern bis hinein nach Russland reichte und militärisch sogar die Briten besiegte, gab es so gut wie keinen bürokratischen Aufwand. Das ging so weit, dass die Hanse nie gegründet und nie aufgelöst wurde.

Seit dem Vertrag von Versailles war das heutige Namibia keine Kolonie Deutschlands mehr. In Swakopmund merkt man davon kaum etwas.

Ignaz Kuranda war einer der bedeutendsten Publizisten und Politiker im Österreich des 19. Jahrhunderts. Der Deutschnationale fungierte auch als Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde.

Nach dem Ersten Weltkrieg kämpfte das offizielle Österreich für einen Anschluss an das Deutsche Reich. Nach der Machtergreifung Hitlers in Berlin sah man in Wien die eigene Erste Republik als das „bessere Deutschland“.

Der NDPD (National-Demokratische Partei Deutschlands) war eine interessante Aufgabe zugedacht: Sammelbecken für „Ehemalige“ und zugleich Teil des Fundaments der „antifaschistischen“ DDR.

Galsan Tschinag lebt in der Mongolei und ist Stammeshäuptling sowie Schamane des Turkvolks der Tuwa. Er schreibt seine Bücher in Deutsch und erläutert gerne seinen „germanischen Geist“.

Im ungarndeutschen Brennberg entgingen die Menschen durch entschlossenes Zusammenstehen der gewaltsamen Aussiedlung. Nur einen Steinwurf weit von der österreichischen Grenze entfernt lebten sie fortan in einem Freiluftgefängnis.

1870 begann der erste von drei großen Kriegen innerhalb von 75 Jahren zwischen den verfeindeten Franzosen und Deutschen. Die beiderseitigen Bemühungen um eine Kehrtwende erlebten eine aufregende Entwicklung hin zur deutsch-französischen Freundschaft.

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Unterschriftenaktion für Doppelstaatsbürgerschaft

Brasiliens Bundesstaat Santa Catarina hat große Bedeutung für die derzeitige Debatte in der österreichischen Innenpolitik: Denn die kleine brasilianische Gemeinde Dreizehnlinden (Treze Tilias) wird von Bürgern mit Doppelstaatsbürgerschaft Brasilien/Österreich bewohnt. Sie sind Nachkommen der Tiroler Auswanderer und haben ihre Bindung an die alte Heimat nie aufgegeben.
Und Südtirol? Südtiroler haben nur eine Staatsbürgerschaft, die italienische. Sind sie weniger mit Österreich verbunden als ihre brasilianischen Zeitgenossen? Wohl kaum. Zeit wird es, dem brasilianischen Vorbild zu folgen. Siegfried Brugger, Parlamentsabgeordneter und ehem. SVP-Obmann ist „absolut für die Doppelstaatsbürgerschaft“ („Dolomiten“ 25/11/2009), sie würde „zusätzliche Bindung zu Österreich schaffen. (…) Und grundsätzlich ist ja alles positiv, was Bindung zu Österreich, zum Heimatland, schafft,“ meint ÖVP-Südtirolsprecher Hermann Gahr dazu.

In die innenpolitische Debatte wurde die Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler bereits 2008 eingebracht, doch erst jetzt beherrscht das Thema die Südtiroler Landespolitik. Die Österreichische Landsmannschaft, die sowohl in Dreizehnlinden als auch in Südtirol tätig war und ist, ruft die österreichischen Politiker auf, klar Stellung für die Doppelstaatsbürgerschaft zu beziehen. Der Ball liegt in Wien, und nicht in Bozen oder Rom. Die doppelte Staatsbürgerschaft ist eine innerstaatliche Angelegenheit Österreichs und rechtlich möglich, es ist „nur“ eine politische Frage. Eine Frage von Mut, Bekenntnis und Verbundenheit.

Nun hat eine Südtiroler Bürgerinitiative eine Unterschriftenaktion aufgelegt, die die Bevölkerung und die Politik für das Thema der doppelten Staatsbürgerschaft sensibilisieren und begeistern soll. Hier kann die Unterschriftenliste heruntergeladen werden.