Eckartschrift 153: Der Deutsche Schulverein. Beiträge zum 120. Gründungstag (13. Mai 1880)

Norbert Prohaska: Der Deutsche Schulverein. Beiträge zum 120. Gründungstag (13. Mai 1880). Eckartschrift 153, 32 Seiten Text, zahlreiche Abbildungen, 15 Farbdrucke von alten Bildpostkarten. € 6,90

Vor 120 Jahren wurde in Wien der Deutsche Schulverein gegründet – eine Bürgerinitiative zum Schutz der bedrängten deutschen Volksgruppen und Sprachinseln an den Grenzen der Österrei­chisch-Ungarischen Monarchie. Innerhalb kürzester Zeit fanden sich 100.000 Mitglieder aus allen Ständen, Berufen und Parteien in bis zu 3000 Ortsgruppen und gaben durch Spenden oder Legate oder durch den Kauf von Werbemitteln dem Deutschen Schulverein die Möglichkeit, hunderte Schulen, Kinder­gärten und Bibliotheken bauen zu lassen in Gemeinden, in denen dies aus eigener Kraft nicht möglich war. Bekannte Persönlichkeiten im Deutschen Schulverein aus allen drei großen politischen Lagern waren Dr. Victor Adler (jüdischer Armenarzt aus Prag, Burschenschafter, Gründer der Sozialdemokratischen Partei Österreichs und der Arbeiterzeitung sowie den Anschluss befür­wortender Staatssekretär des Äußeren im November 1918), Univ.-Prof. Dr. Gustav Groß (Obmann von 1905 bis 1932; als Großdeutscher 1919/18 letzter Präsident des Österreichischen Reichsrates), Dr. Michael Hainisch (parteifreier Bundespräsident von 1920 bis 1928), Dr. Karl Lueger (christlich-sozialer Volksbürgermeister von Wien), Engelbert Pernerstorfer (Jugendfreund Adlers, Reichsratsab­geordneter, ab 1896 sozialdemokratisch, 1907-1918 Vizepräsident des Reichsrates) sowie Dr. Moriz Weitlof (Landtagsabgeordneter, Obmann von 1880 bis 1905).

Bis 1914 hatte der Deutsche Schulverein 152 eigene Bauten für Schulen und Kindergärten errichtet und 410 Bauunterstützungen gewährt, 80 Lehrer und 100 Kindergärtnerinnen standen in seinem Dienst, darunter die besonders geschätzten Wanderlehrer.

Dies wird in diesem Band deutlich dargestellt; die Zeit in Österreich um 1880 wird beleuchtet und auch der rasante Aufstieg der (Bild-)Postkarte zum Massenkommunikationsmittel beschrieben. Zahlreiche Abbildungen von Werbemitteln des Deutschen Schulvereins und der Nachdruck von 15 farbigen Schulvereinskarten sowie Kurzbeschreibungen der wichtigsten Künstler ergänzen den Band.

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Eckartschrift 152: Heimat

Hermann Attinghaus: Heimat. Eckartschrift 152, 96 Seiten, zahlreiche Abbildungen. € 6,75

Das Thema dieser Schrift ist so alt wie die Menschheit. Wie zeitgemäß der dargestellte Inhalt ist, beweist eine Aussage des Tiroler Landeshauptmannes Weingartner, der in Innsbruck anlässlich einer Feier zum Todestag des Freiheitshelden Andreas Hofer († 2. 2.1810) sagte, dieser stehe „für das Einstehen von Werten, die für unsere Heimat wichtig sind.“ Gerade in einer Zeit multikultureller Schwärmerei einerseits und neuer Völkerwanderung – heute mit Vorliebe etwas verhüllend als Migration bezeichnet – sowie brutalster Vertreibungen andererseits, wie sie die Geschichte der Menschheit bisher nicht gekannt hat, kommt diesem Fragenkreis besondere Bedeutung zu.

In dem vorliegenden Band wird „Heimat“ aus drei verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. In der ersten und längsten Darstellung erläutert Univ.Prof. Dr. Konrad Buchwald klar und übersichtlich die Voraussetzungen und Grundlagen des Heimatbegriffes, untersucht ausführlich die Bedingungen dafür, dass sich ein Mensch „zu Hause“ fühlt und erklärt, womit sich der Begriff „Heimat“ verknüpft. Abschließend fasst der Autor seine zeitlos gültigen Aussagen in fünf Punkten zusammen. Der Herausgeber Hermann Attinghaus beschäftigt sich in seinem Beitrag mit der „Sprache als geistiger Heimat“ im Lichte aktueller Entwicklungen wie z.B. des umstrittenen „bilingualen“ Unterrichts an österreichischen Gymnasien. Zum Abschluss stellt der Kulturanthropologe Univ. Prof. Dr. Roland Girtler in einem brillanten Essay drei Typen von Heimatsuchern vor: Odysseus, die Vagabunden und die Verbannten. Dazu kommen Gedichte, die das gestellte Thema ideal ergänzen.

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Eckartschrift 151: Das deutsche Lied

Michaela Köck: Das deutsche Lied. Eckartschrift 151, 108 Seiten, zahlreiche Abbildungen und Notenbeispiele, € 6,90

Mit dem deutschen Lied verbinden die meisten Menschen sofort den Namen Franz Schuberts. Selbstverständlich wird er in dieser Schrift von Michaela Köck ausführlich gewürdigt; darüber hinaus gibt die Verfasserin einen umfassenden Überblick über eine vielhundertjährige Entwicklung, die im Mittelalter begann und schließlich im Schaffen der Romantiker ihren Höhepunkt erreichte. Das Kunstlied, vor allem das Klavierlied, ist eine deutsche Besonderheit, was sich nicht zuletzt daran ablesen lässt, dass das Wort „Lied“ in den englischen und französischen Sprachsatz eingegangen ist.

Der erste Abschnitt behandelt die mittelalterlichen Lieder bis hin zum Meistergesang. Darauf folgen die Volkslieder, und schließlich wird das deutsche Kunstlied von Haydn, Mozart und Beethoven, mit besonderer Berücksichtigung von Schubert, Schumann und Carl Loewe, bis zu Brahms, Hugo Wolf und Richard Strauss dargestellt. Zahlreiche Notenbeispiele, hervorragend gewählte Zitate und etliche schöne Bilder bereichern die Schrift. Abgeschlossen wird der Band durch bibliographische Angaben.

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Eckartschrift 150: Der Rest ist Österreich! Zum Vertrag von Saint-Germain-en Laye 1919

Martin Hobek: Der Rest ist Österreich! Zum Vertrag von Saint-Germain-en Laye 1919. Eckartschrift 150, 116 Seiten, zahlreiche Abbildungen und Karten. € 6,75

Der Autor stellt mit dieser Schrift die Verkleinerung des habsburgischen Österreichs zum sprichwört­lichen „Rest“ (Clemenceau) in all ihren Facetten dar. Zu diesem Zweck geht er gesondert auf alle Nachbar- und Nachfolgestaaten und auch auf alle österreichischen Bundesländer ein. So zeigt der Verfasser auch anhand Liechtensteins die enge Verflechtung Mitteleuropas auf. Das Fürstentum am Rhein war bis zum Ende des Ersten Weltkrieges mit Österreich in einer Zollunion verbunden. Verwaltet wurde es vom damaligen Fürsten Johann II. nicht von Vaduz, sondern vom bis 1919 nieder­österreichischen Feldsberg aus, wo der Landesvater 1929 nach 71jähriger Regierungszeit sterben sollte. Geboren wurde er im benachbarten südmährischen Eisgrub. 1919 fielen beide Besitzungen an die neugegründete Tschechoslowakei, die drei Jahrzehnte vor der kommunistischen Machtübernahme umfangreiche Enteignungen durchführte. Mit der Abtrennung Südmährens wurde Wien dem Hungertod nahegebracht. Die Bevölkerung des nunmehrigen „Wasserkopfes“ holzte im furchtbaren Hungerwinter 1918/19 den Wienerwald ab und beklagte eine 20mal höhere Säuglings­sterblichkeit als jetzt.

Der Autor zeigt mittels Lebensgeschichten Hintergründe der damals Mächtigen sowie auch manche Kuriosa auf, wie etwa die unglückliche Fehlentscheidung des verschrobenen US-Präsidenten Wilson, das neutrale Genf als Konferenzort zu verhindern, weil der dortige See „mit Giftstoffen geschwän­gert“ sei. Die Vormachtstellung der Vereinigten Staaten war aber nicht die einzige Neuheit im Paris des Jahres 1919. Die von der Volksmeinung abhängigen Regierungen mussten erstmals den Umgang mit der demokratischen Presse lernen. Das führte zu allerlei Legendenbildungen, denen der Autor auf den Grund geht. So stellte die offen manipulierte Ödenburger Volksabstimmung eine Farce zum Schutz der österreichischen Verhandler dar, die sich auf den Kompromiss der Abtretung Ödenburgs eingelassen hatten.

In den Wirren der Nachkriegsmonate ließen die untereinander zerstrittenen Sieger mit ihren Beschlüssen von Versailles und St. Germain eine Friedensordnung entstehen, deren Untauglichkeit viele Konferenzteilnehmer noch vor Ort erkannten. Die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges mit den darauffolgenden Beschlüssen von Jalta und Potsdam sollte dann die harten Friedensbestimmungen für Österreich und Deutschland auf grausamste Art festschreiben.

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