Eckartschrift 130: Das Memelland. Ein Stück Ostpreußen zwischen gestern und morgen

Hildebrand Norgauer: Das Memelland. Ein Stück Ostpreußen zwischen gestern und morgen. Eckartschrift 130, 112 Seiten, zahlreiche Abbildungen und Karten. € 6,15

Das Memelland gehört zu den Teilen des Deutschen Reiches, die bereits nach dem Ersten Weltkrieg abgetrennt wurden und nicht innerhalb der bis vor kurzem immer wieder beschworenen „Grenzen Deutschlands von 1937“ lagen. Wenn die emotionelle Distanz, welche in der heutigen Generation zu den „ehemaligen deutschen Ostgebieten“ empfindet, als sehr groß zu bezeichnen ist, so ist das Memelland, der nördlich der Memel liegende Teil Ostpreußens, bereits ein „vergessenes Stück Deutschland“.

Der historische Teil der Schrift geht bis in die vorchristliche Zeit zurück; anschließend werden die Eroberung und Christianisierung des Landes durch den Deutschen Orden und mit der damit einsetzenden deutschen Besiedelung behandelt. In dieser Zeit fällt die Stadtgründung Memels (1254), der einzigen bedeutenden Stadt dieses Gebietes. Die Periode des Deutschwerdens des späteren Ostpreußens wird mit großer Sachlichkeit geschildert. Das bedeutet aber nicht, dass die Darstellung trocken bliebe – es werden in vielen Punkten geschichtliche Zusammenhänge und Analogien mit anderen deutschen Gebieten hergestellt. In der Zeit des weltlichen Herzogtums Preußen (1525–1701), danach Königreich Preußen, wurden auf dessen Gebiet die ersten Bücher in litauischer Sprache gedruckt, obwohl in weiten Teilen des Landes z.B. im Memelland, Litauer nicht die einheimische Bevölkerung stellten, sondern erst unter deutscher Herrschaft dort siedelten.

Abgesehen von schicksalhaften Geschehnissen der Jahre 1920 bis 1945 spielte das Memelland nur einmal eine bemerkenswerte Rolle in der deutschen Geschichte: 1807/08 war Memel Königssitz Preußens, nachdem Friedrich Wilhelm III. dort Zuflucht vor den anrückenden Franzosen fand.

Genau geschildert werden die Volkstumsverhältnisse zu Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts, die den Siegermächten des Ersten Weltkrieges den willkommenen Anlass gaben, das Land militärisch zu besetzen und dann 1923 dem neuentstandenen Staat Litauen zu überlassen. Dies geschah gegen den Willen der Bevölkerung, die zwar zum großen Teil litauischsprachig, aber auch unzweideutig preußisch-deutsch gesinnt war. Dies im westlichen Deutschland vielleicht unverständliche Zusammenkommen wird kenntnisreich beschrieben.

Die Vertreibung 1945 beendet die deutsche Besiedlung des Landes. Dem Niedergang in der sowjetischen Zeit folgt die abermalige Zugehörigkeit zu Litauen. Die Schilderung wird bis in die frühen neunziger Jahre fortgeführt. Im Abschnitt unter dem Titel „Wem gehört das Memelland?“ werden all die Argumente kritisch abgewogen, mit denen Litauen die Beherrschung des Memellandes begründet. Mit einem in persönlichem Ton gehaltenen Abschluss, in dem Vorschläge zur Lösung der Memelfrage gestellt werden, endet die Arbeit.

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Eckartschrift 129: Krieg auf dem Balkan. Die jugoslawische Tragödie und ihre Wurzeln

Wolfgang Gleich: Krieg auf dem Balkan. Die jugoslawische Tragödie und ihre Wurzeln. Eckartschrift 129, 116 Seiten, zahlreiche Karten. € 7,10

Der am 18. März 1994 in Washington unterzeichnete Vertrag zwischen Bosnien und Kroatien stellte sicher einen ersten Schritt als Ergebnis intensiver diplomatischer Aktivitäten der USA dar, die von leichtem Druck auf Kroatien begleitet waren. Die große Unbekannte im balkanischen Friedensprozess bleibt aber nach wie vor Rest-Jugoslawien und sein serbisches Anhängsel Bosnien. Soll der kroatisch-moslemische Staat 51 Prozent des bosnischen Territoriums umfassen, bedeutet das, dass die Serben, die gegenwärtig 70 Prozent kontrollieren, auf einen Teil ihrer Eroberungen verzichten müssten.

Die Schrift selbst gibt eine ausführliche Darstellung der Ereignisse im ehemaligen Jugoslawien seit 1991, wobei der Autor auf die politische Entwicklung ab dem Jahre 1941 zurückgreift. Nach der deutschen Niederlage auf dem Balkan gelang es dem ehemaligen Partisanenführer Josip Broz Tito, sich fast vier Jahrzehnte lang als Staats- und Parteichef an der Macht zu halten, indem er es verstand, die Staatsvölker Jugoslawiens gegeneinander auszuspielen und so eine Art Frieden in seinem Staat zu schaffen. Mit seinem Tode war es klar, dass Krisen und Unruhen das Land erschüttern werden. Angesichts der zunehmend kritischer werdenden Ereignisse im Kosovo und in der Wojwodina nützten vorerst Slowenien und dann Kroatien die Möglichkeit, aus dem jugoslawischen Staatsgebilde auszuscheren und eigene Staaten zu gründen. Am 15. Jänner 1992 erklärte die Europäische Gemeinschaft, diese Staaten diplomatisch anzuerkennen.

Die Eckartschrift gibt nun eine klare, übersichtliche Schilderung der sich dann überstürzenden Kriegsgeschehnisse, der Gewalttätigkeiten und Kämpfe an allen Fronten, und schuf damit eine aktuelle Dokumentation nicht nur blutiger Auseinandersetzungen, sondern machte auch deutlich, wohin Hass und Rachsucht, durch Generationen gehegt, führen können.

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Eckartschrift 128: Südtirol – ein zweites Elsass?

Otto Scrinzi: Südtirol – ein zweites Elsass? Eckartschrift 128, 100 Seiten, Abbildungen. € 6,15

Wenn die Schrift auch den historischen Abläufen, dem Auf und Ab der Geschichte des Landes folgt, so steht eindeutig die Entwicklung seit dem Ende des Ersten Weltkrieges bis zur gegenwärtigen Lage im Mittelpunkt der Darstellung. Schonungslos deckt die Eckartschrift die Fehler und Versäumnisse, die während dieses Zeitablaufes geschehen sind, auf; und scheut auch nicht davor zurück, die Politik der einzelnen Verantwortlichen kritisch unter die Lupe zu nehmen.

Der Vergleich mit der Entwicklung im Elsass ist unwiderlegbar. Der deutsch-alemannische Volksstamm am Rhein ist bereits ein „Zwischenvolk“ geworden. Die Städte sind weitgehend französisiert, die Umgangssprache der Intellektuellen und gehobenen Bürger ist Französisch, die Doppelsprachigkeit im Alltag wird zunehmend beherrschender. Soll das auch das erzwungene oder gar hingenommene Schicksal Südtirols sein? Nicht länger mehr eine deutsche Minderheit, sondern auf lange Sicht zweisprachige Tiroler mit italienischen Pässen? Wird dieses aus geschichtlicher Erfahrung scheinbar unausweichliche Schicksal der „inneren Entdeutschung“ unter den Erfordernissen der europäischen Einigung eine mit dem Bisherigen nicht mehr vergleichbare Wertigkeit bekommen? Soll die scheibchenweise „Entnationalisierung“ des europäischen Mittelvolkes der (vorerst einseitige) Preis zur Bildung einer „Nation Europa“ sein?

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Eckartschrift 127: Die Zukunft der deutschen Sprache

Richard W. Eichler: Die Zukunft der deutschen Sprache. Eckartschrift 127, 92 Seiten mit einigen Gedichten.

Der bedeutende Kunstkritiker Richard W. Eichler, der besonders durch seine Bücher „Wahre Kunst für ein freies Volk“, „Könner, Künstler, Scharlatane“ und „Der gesteuerte Kunstverfall“ Aufsehen erregte, hat sich mit der vorliegenden Eckartschrift die Aufgabe gestellt, vor dem zunehmenden Verfall unserer Muttersprache zu warnen. Der Einfluss fremder Sitten, verbunden mit Sprachverunstaltungen, ist in unserem Volk schon öfter vorgekommen; man denke nur an das „á la mode“ – Gehabe im 17. Jahrhundert. Waren es damals die französischen Modetorheiten, verbunden mit einer zunehmenden Sprachverwahrlosung, die allerorts überhand nahmen, so sind es heute die Amerikanismen in allen Bereichen des täglichen Lebens, besonders aber in der Sprache, die nachdenklich stimmen müssen. Nicht nur in der Fachsprache wird immer häufiger das Lateinische durch das Englische ersetzt, auch in der Umgangssprache laufen wir Gefahr, in ein Gemengsel aus Deutsch und Englisch zu verfallen. Hören wir uns doch nur z.B. die Werbesendungen in Rundfunk und Fernsehen an, die mit englischen Ausdrücken gespickt sind.

Ist die Fremdsprachendurchsetzung die eine Seite unseres Sprachverfalls, so ist die andere in der Geistlosigkeit und dem Pöbelhaften zu sehen, das im täglichen Sprachgebrauch immer mehr zutage tritt. Eine Reihe von Aussprüchen unserer Politiker zeigt diesen erschreckenden Verfall, war es doch gerade in den öffentlichen politischen Auseinandersetzungen früher eine Selbstverständlichkeit, seine gegenteilige Meinung in wohlgesetzten Worten und ausgefeilten Sätzen klarzumachen.

Und noch ein Umstand kann als Bedrohung unserer Sprache gelten: die immer wiederkehrende Forderung nach den sogenannten „Sprachvereinfachungen“ im Bereich der Zeichensetzungen, Getrennt- und Kleinschreibung. Als anschauliches Beispiel liefert der Autor einen künftigen Text, der uns heute (noch) wie ein Witz anmutet, aber wie lange noch?

Eckartschrift 126: Aus Deutschen werden Amerikaner. Die Geschichte der deutschen Einwanderung in die Neue Welt

Bernd G. Längin: Aus Deutschen werden Amerikaner. Die Geschichte der deutschen Einwanderung in die Neue Welt. Eckartschrift 126, 120 Seiten, Bildtafel. € 5,80

Beginnend mit der Geschichte der deutschen Einwanderung werden vor allem die Ursachen aufgezeigt, warum Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ihr angestammtes Heimatland verließen, um jenseits des Ozeans ein neues Leben zu beginnen. Nicht immer war es die Armut, bedingt durch Überbevölkerung, die sie zwang, den Schritt in eine ungewisse Zukunft zu wagen; bis in die jüngste Vergangenheit suchten auch politische Flüchtlinge, verfolgte religiöse Gruppen und Abenteurer aus idealistischen Gründen oder um rasch zu Reichtum und Macht zu gelangen im Land der verheißungsvollen Freiheit ihr Glück.

Der zweite große Gesichtspunkt gilt den hervorragenden Leistungen, welche die deutschen Einwanderer – 1990 bekannten sich 57,9% der 240 Millionen Amerikaner zu deutschen Vorfahren – im Laufe ihrer Geschichte erbracht haben und noch erbringen. Die Liste der bedeutenden und zum Teil weltbekannten Persönlichkeiten, die in den Gebieten Wirtschaft, Kultur oder Politik die Geschicke ihrer neuen Heimat mitgeprägt haben, ist schier endlos.

Den gegenwärtigen Stand der Deutschstämmigen in den USA schildert Längin, fast könnte man sagen, schmerzlich nüchtern. Diese im Laufe von Jahrhunderten eingewanderten Kolonisten und Pioniere, die große Teile des Landes kultiviert, Städte gegründet haben und die Politik der Ver­einigten Staaten oft mitbestimmten – über 700 Orte haben heute noch deutsche Namen -‚ haben es versäumt, abgesehen von kleineren asketisch­religiös geführten Siedlungen, als geschlossene deutsche Volksgruppe aufzutreten. Von ihren Heimatländern kaum unterstützt, ja geradezu im Stich gelassen, bekennen sie sich in erster Linie als Amerikaner, und nur in Vereinen wird das alte Volksgut noch gelebt.

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