Eckartschrift 45: Vaterland nicht mehr Mode?

Bernt von Heiseler: Vaterland nicht mehr Mode? Eckartschriften 45, Zweitauflage

Die Rede Bernt von Heiselers erschien 1965 als Flugblatt. Die Eckartschrift gibt die überaus gegenwartsnahe, geistige Rede wieder. Als Leseprobe nur ein kurzer Ausschnitt: „Ausdruck der Besonderheit der Völker sind die Sprachen. Wollen wir wirklich die Sprache als bloßes Verständigungsmittels verkennen, die man zweckmäßiger Weise so rasch als möglich durch einen Welt-Jargon ersetzen soll? Die Sprachen, in ihrer kostbaren Verschiedenheit, die den Menschen geschenkt sind – unergründbar tiefes Geheimnis, worin die Seele der Völker sich als Wirklichkeiten kundgeben! Wir müssen wieder verstehen lernen, dass die Volkswirklichkeit, die für uns mögliche – die einzige für uns mögliche – Gestalt des vollen Menschen ist.“

Eckartschrift 44: Der deutsche Dichter Franz Grillparzer

Fritz Stüber: Der deutsche Dichter Franz Grillparzer. Eckartschrift 44, 31 Seiten.

1972 war durch den 100. Todestag des Dichters ein Grillparzerjahr. Fritz Stüber, der selbst als Dichter bekannt geworden ist, unternimmt den Versuch, aus seiner poetischen Schau heraus und aus dem Wissen um das, was im letzten Jahrhundert seit Grillparzers Tod im deutschen und so besonders im deutsch-österreichischen Raum geschehen ist, die Gestalt des Dichters und dessen Lebenswerk höchst subjektiv zu überprüfen. Er sagt, was ihm an dem so vielschichtigen Dichter so lieb ist und er begründet diese Vorliebe. So erkennen wir Grillparzer als ebenso bewussten Deutschen wie er ein bewusster Österreicher war. Ein Österreicher zudem, der im Bewusstsein der Weltliteratur und in der Verehrung des durch Schiller und Goethe hochgetragenen Klassizismus lebte.

Eckartschrift 43: Grenzlandnot in Niederösterreich

Heinz Wamser: Grenzlandnot in Niederösterreich. Mit einem Beitrag von Hans Heinz Dum „Mensch und Wirtschaft“. Eckartschrift 43, 46 Seiten Text mit Kartenbildern und Ortsverzeichnis.

Obwohl dieses schmucke, als Umschlagbild einen Holzschnitt der Burg Raabs von Franz  Traunfellner zeigende Büchlein sehr gut auch als Reiseführer durch die Ortschaften im niederösterreichischen Grenzraum diesseits des Eisernen Vorhanges geeignet war, besteht seine eigentliche Aufgabe doch darin, den Binnendeutschen in Österreich wie in der Bundesrepublik Deutschland die Augen dafür zu öffnen, welche Gefahr für diesen von den staatlichen Stellen allzulange vernachlässigten, durch die Landflucht von gänzlicher Entvölkerung bedrohten Grenzstreifen besteht.

Eckartschrift 42: Wegmarken der Geschichte Österreichs

Taras Borodajkewycz: Wegmarken der Geschichte Österreichs. Eckartschriften 42, 84 Seiten.

Prof. Dr. Borodajkewycz war Ordinarius für Wirtschaftsgeschichte an der Hochschule für Welthandel in Wien und wurde wegen einiger unglücklicher Äußerungen in einer Vorlesung, die als antisemitisch ausgelegt wurden, in den Ruhestand versetzt. Im Ruhestand arbeitet er aber wissenschaftlich weiter. Er war stets als hervorragender Historiker bekannt. Österreichs größter Historiker der letzten 100 Jahre, Heinrich Ritter von Srbik, bezeichnet ihn als den besten der jüngeren Historiker Österreichs in den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts. Die vorliegenden „Wegmarken der Geschichte Österreichs“ sind deshalb wertvoll, weil sie verhindern, dass ein neues österreichisches Geschichtsbild ohne Berücksichtigung der Wurzeln Österreichs im deutschen Volk entsteht. Hierbei kommen auch Daten in Betracht, die für die Geschichte des Nationalitätenrechts im Donauraum von Bedeutung sind. Es ist zu begrüßen, dass der Autor die ethnische Zugehörigkeit der Österreicher – soweit sie nicht einer nationalen Minderheit angehören – zum deutschen Volk historisch untermauert und Wegmarken setzt, die man nicht verwischen sollte.